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1447. Dez. 7. Liegnitz.

Herzogin Elisabeth bekennt, der Stadt Liegnitz alle Herrschaft, Gerichte und Gerechtigkeiten, die ihre Vorfahren in der Judengasse und auf allen Burglehen vor dem Schloss besessen haben, abgetreten zu haben.

In gotes namen amen. Wir Elysabeth von gotes genoden herczogynn in Slesien vnd frawe zcu Legenycz vnd zcum Goltberg bekennen vffentlich mit dysem briefe vor allen, dye en sehen, horen adir lesen, das wir wolbetracht haben, wv zcu zceyten von sunderlichen freyheyten eyn gemeyn recht, nucz vnd gut geswecht vnd gestorit mochte werden, das denn nicht zcu zculoszen ist, so ye das gemeyne gute dem sonderlichen vorczuseczen ist, dem vorczukomen, so haben wir auch angesehen fleyssige, willige vnd aneme dinste vnsirer liben getrawen burgermeister vnd rotmanne vnsirer stat Legenycz, die sy vns offte willigklichen vnd getrawlich getan haben vnd nochmols thun vnd leysten mogen, vnd haben ire fleissige bete irhort vnd haben von sunderlichir furstlichin macht vnd genoden vor vns vnd alle vnsir nochkomen erbherren zcu Legenycz durch guter vrsachen willen vnd sunderlichen zcu merunge vnd besserunge vnser vorgenanten stat vnd irer gerechtikeyten an sulcher trefflicher schult, die denn vnser libir her herczog Ludwyg seliger vnd wir en schuldig bliben vnd wurden sind vnd die sy vns mergklich hennach zcu awsrichtunge gegeben vnd getan haben, gegeben vnd vorlehen, geben vnd vorleyhen kegenwerticlich in craft disz briues den obgenanten burgermeister vnd rothmannen vnser egenanten stat Legenicz, dye yczunde sein vnd allen iren nochkomen alle vnd igkliche vnsere herschaft, lehen, freyheyt, obirste vnd nedirste gerichte vnd all andir vnsere gerechtikeytten, die denn vnsere vorfaren herczoge vnd hern zcu Legenycz vnd wir vnd vnsere nochkomen, erbherren doselbsten gehabit haben, haben vnd geboren mochten an und in der judengassen vnd allen vnd igklichen burgklehen vor vnserm schlosz in vnsir egenanten stat Legenycz namlich die judenschule mit irem schulhofe vnd schulbodem dorczu gehorende vnd all andir hofreyten doselbst vff beyden seiten vor vnserm slosz in vnsirer genanten stat kegenenander gelegen zcu vnserm burgklehen gehorende, wyfil der an der czale ist, keyne awszgenumen, also das sy dieselben yczunde alreytt innemen vnd bawen mogen vnd die iren bawen loszen zcu der stat nucz vnd frommen vnd awsseczen zcu schossen vnd wachin vnd andir der stat geldunge, miteleyden vnd dynsten zcu sulcher narunge vnd sottanen erbe vnd eygenem rechten, als andere ire hewszer vnd hofe in der egenanten stat sind gelegen, wye en das behaget vnd vff den gebawten erben, hewsern vnd hofen, nemlichen der geistlichen vnsirn liben andachtigen Cartuser, der Pantenawer, Mosche juden, meyster Jacob vnd Stenczil Mewrer haben wir gegeben vnd vorleben, geben, vorleyhen vnd abetreten en also auch alle vnsere herschaften, lehen, freyheyten, obirste vnd nedirste gerichte vnd all andere, vnserer vorfaren, vnserer vnd vnser nochkomen gerechtikeyten, keyne awszgenomen, also vornemelich, das alle sulche genanten erbe, hewser vnd hofe der obgenanten besiczer erbe bleiben sollen mit sottaner freyheytt, als sy die vorgehabit haben, die weyle die obgenanten vnser liben andachtigen ir obgenant hawsz vnd hof haben vnd besiczen vnd dieweil dye Pantener obgenante czwene bruder auch Mosche vnd meyster Jocob vnd Stenczil abegestorben, so sullen sy alle vnd ir igklichs mit lehen vnd vorreichung, hirschaften vnd gerichten vnd allir ander gerechtikeyt zcu vnser stat gerechtikeyt gehoren, gleich den andirn hofreyten, die alreyt doreyn gehoren, vnd sullen noch enmegen sich des nicht schutzen noch behelfen mit keynerley briue ader vorschreibunge, ap vnd wye en die von vns adir vnsern vorfaren gescheen weren vnd dieweile sy abir also noch zcu vnser freyheyt vnd hirschafft gehoren, so sollen sy dorinn nawr orbarn ader funde nichtis ufbrengen mogen ader soliche freyheyt andern miteteilen adir vbergreyffen, dy vnser egenante stat an iren hirschafften, orbarn vnd gerechtikeyten schaden mochten vnd solich obgeschriben herschafft vnd gerechtikeit haben wir en gegeben, abgetreten vnd vffgeloszin, als en das allerbeste gefallen vnd zustatten kumen mag, von vns vnd vnsern nochkomen hern zcu Lignycz vnd eyner ytzlichen personen geistlich vnd werntlich vngehindert. Ydoch wellen wir das soliche vorschreibung, die wir vnser stat Ligenytcz geton haben, als oben berurt ist, vnsern liben andachtigen dem priori vnd conuentu Cartusier ordens vor Legenycz vnsers gestifftes vnschedlich sein soll an irer freyheit vnd gerechtikeyt, die sy haben in an vnd vff dem hawsz, das ettwen hern Hansen von der Nawkirchen gewest ist, dem got genode, sunder on alle vorkurczung vnd vohindernusz sullen sy das mit seyner zeugehorunge behalden vnd besitzen in aller mosse, als das der egenante her Hanns gehabt vnd besessen hot, noch lawte irer briefe von vns vnd vnsern vorfaren vormols dorumbe bestetigt vnd gegeben. Mit orkund disz brieffes, an den wir zcubekentnis vnd worhaftiger bestetigung vnser groste ingesegil mit dem eyngedruckten signet haben loszen hengen zcu Legnytz am donerstag vor Concepcionis Marie noch Cristi vnsers hirn geburt virczenhundirt vnd im sebinvndvirczigsten jore. Dobey sind gewest vnsir getrawen liben Heynrich Gebelczke, Lewtter von Dobirszwitz, Hanns Borwicz vnd Petrus Lindner vnsir schreibir, dem wir disen briefe bepholhen haben.

O. d. St. L. No. 395. Das grosse Siegel mit dem Rücksiegel in rothem Wachs an rothseidenen Schnüren. — Bitschens Privilegb. f. CCXXXIV. — Dessen Geschossb. p. 59.


Urkunden-Buch der Stadt Liegnitz und ihres Weichbildes bis zum Jahre 1455 - Herausgegeben dr Friedrich Wilhelm Schirrmacher - Liegnitz 1866



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